Fakultätenreform

Ihr habt inzwischen sicher schon mitbekommen, dass die vom Präsidenten angestrebte Fakultätenreform zur Zeit kontrovers diskutiert wird.

Hier könnt ihr noch einmal einiges über den bisherigen Verlauf nachlesen:

http://hu-berlin.blogspot.de/

http://www.tagesspiegel.de/wissen/krise-an-der-humboldt-uni-streit-eskaliert-praesident-der-humboldt-uni-legt-amt-zeitweise-nieder/9173932.html

http://www.tagesspiegel.de/wissen/eine-antwort-auf-hu-praesidenten-olbertz-wir-brauchen-keine-lippenbekenntnisse/9199246.html

http://www.tagesspiegel.de/meinung/humboldt-universitaet-praesident-ohne-nerven/9176796.html

http://www.tagesspiegel.de/wissen/turbulenzen-um-hu-praesident-jan-hendrik-olbertz-ruecktritt-fuer-30-minuten/9176634.html

https://www.refrat.de/article/45.html?1386251945

https://www.refrat.de/article/05.12.13_senat.html?1386258269

https://www.hu-berlin.de/pr/pressemitteilungen/pm1312/pm_131205_00

Pünktlich zur Kuratoriumssitzung am Donnerstag, bei der die Reform endgültig beschlossen werden soll, veröffentlichen wir hier eine Stellungnahme unserer Fachschaftsinitiative:

Sehr geehrte Mitglieder des Kuratoriums der Humboldt-Universität zu Berlin,

Seit Beginn der Verhandlungen über die Fakultätenreform haben wir uns innerhalb unserer Fachschaftsinitiativen sowie als Vertreter_innen im Fakultätsrat und der Gründungskommission für die Kultur-, Sozial- und Bildungswissenschaftlichen Fakultät eingehend mit dem Reformvorhaben beschäftigt und geben auf dieser Grundlage folgende Stellungnahme ab:

Unsere Haltung gegenüber der Reform ist ambivalent und bedingt sich dahingehend, auf welcher Ebene wir sie betrachten. Bei keiner Diskussion möchten wir allerdings eine Beschönigung des Ist-Zustands vollziehen oder uns reformresistent verhalten. Allerdings kann weder mit der Reform noch ohne sie die Situation der Universität, insbesondere deren Haushalt, nach dem Jahr 2017 eingeschätzt werden. Genau deswegen sind wir der Ansicht, dass die Universitätsleitung sich im Falle der Fakultätenreform, aber auch ohne, über mögliche Konsequenzen und Szenarien intensivere Gedanken machen sollte. Dies ist bislang nur unzureichend geschehen.

Werden die Philosophischen Fakultäten III und IV zusammengeführt, ergibt sich für uns die Frage, wie diese neue Mega-Fakultät zu steuern sein soll. Wie können sich alle Institute gerecht vertreten fühlen? Zehn Institute werden versuchen, ihren Einfluss auf die Haushaltsentscheidung der HPK zu nehmen, um sich vorteilhaft zu positionieren. Fast ein Drittel der Studierenden der HU würde in der neuen Fakultät beheimatet sein und in ca. 80 Studiengängen studieren. Es ist uns unklar, welche zusätzlichen Verwaltungsaufgaben das mit sich bringt und wie diese gestemmt werden sollen.

Kritisch sehen wir auch, dass die Fakultätenreform bei der derzeitigen klammen Haushaltslage  finanzielle Mittel bindet, die aus unserer Sicht besser in die Lehre investiert werden sollten. Stattdessen steht zu befürchten, dass durch die Reform gerade im wissenschaftlichen Mittelbau Stellen gestrichen werden und gewisse zusätzliche Stellen, die durch die Reform eingerichtet werden sollen, nicht auf die Dauer gehalten werden können.

Inwieweit aus studentischer Perspektive von einer Verbesserung der Studiensituation und positiven Auswirkungen gesprochen werden könnte, ist uns bislang nicht hinreichend deutlich geworden.

Die Ziele der Reform, wie sie zu Eingang der Vorlage proklamiert werden, scheinen von den Mitteln, die nachfolgend beschrieben werden, abgeschieden zu sein, sodass nicht deutlich wird, wie diese Ziele mit den angestrebten Maßnahmen erreicht werden sollen. Damit liegt der eine Partizipation aller erschwerende Charakter des Reformvorhabens bereits im Text der Vorlage begründet. Durch die Trennung der Ziele und Mittel und die damit einhergehenden unabsehbaren Nebenfolgen ist es nur noch für Expert_innen möglich, das Vorhaben annähernd zu überschauen.

Wir kritisieren die Vorkommnisse im Akademischen Senat am 05.12.2013 ausdrücklich. Der Verlauf dieser Sitzung sowie die vorangegangenen Verhandlungen haben nichts mit demokratischen Teilhaberechten zu tun, wie sie an der Humboldt-Universität verankert sind und gelebt werden sollten. Genauso wenig lässt sich dabei von einer „Unregierbarkeit“ der Universität sprechen, wie es der Präsident, Professor Jan-Hendrik Olbertz, tat.

Eine Reform kann stets Chancen der Optimierung eines Systems mit sich bringen. Unter den gegebenen Umständen der Haushaltslage der HU stellen wir jedoch die Umsetzung einiger in der Vorlage gegebenen Bedingungen – wie zum Beispiel den kostspieligen Umzug der Psychologie – stark in Frage. Darüber hinaus kritisieren wir die persönliche Ebene, welche die Debatte über die Fakultätenreform mittlerweile eingenommen hat, die eine weitere Durchführung auf professioneller und konstruktiver Ebene unmöglich macht. Wir bitten Sie, diese Ausführungen zur Kenntnis zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen,

Ann-Christine Niepelt und Georg Michel Seeliger

Im Auftrag für die Philosophische Fakultät IV und die Vertreter_innen der Fachschaftsinitiativen Erziehungswissenschaften und Rehabilitationswissenschaften

Wir möchten euch aber auch nicht vorenthalten, dass eine vom RefRat einberufene Versammlung sich für eine Blockade der Kuratoriumssitzung entschieden hat. Den Flyer findet ihr hier:

Kuratorium_Blockieren_Bilddatei

Kuratorium_blockieren_Vorderseite Kuratorium_blockieren_Rückseite

DGfE Kongress 2014 – Freiwillige gesucht!

Flyer_dgfe

Für den DGfE Kongress im März 2014 werden noch Freiwillige für folgende Aufgabenbereiche gesucht:

– Technikverantwortung in den Räumen
– Anmeldeschalter: Anmeldung im Computer-System, Ausgabe von Taschen und Namensschildern usw.
– Garderobe
– Infostand
– Einlasskontrolle
– Guides (Wege zwischen den Gebäuden beschreiben und auf Karte oder Live zeigen) und Evaluatoren (Befragung der Teilnehmer_innen mithilfe eines Tablets)
– Hilfe bei Aufbau und Transport
– Einrichtung eines Ewi-Cafés

Mehr Informationen findet ihr hier: [DGfE2014] Volunteer Flyer